Warum?

Warum kann ich nicht für mich selber sein, was ich doch manchmal für andere sein kann?

Warum ist mir nichts eingefallen? Warum habe ich keine Lösung gefunden? Warum habe ich es nicht hingekriegt?

Es ist wieder Sturm.

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Im Zweifelnbeinturm

Es sind schwierige Zeiten, um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Ich möchte ein offener, unvoreingenommener Mensch sein und mit positiver Kraft wirken. Dafür habe ich auch versucht, meinen Schutzschild aus Zynismus und Süffisanz herunterzufahren und so stürzte die Welt über mich und in mich hinein. Daraufhin wurde ich gewahr, dass mir die Möglichkeiten fehlen, diese Welt überhaupt zu durchdringen, von verändern ganz zu schweigen. Ich bin kein Künstler, der in seiner Kunst, sei sie bildend, musisch und des Wortes, die Welt zu bewältigen versuchen kann. Und die Naturwissenschaft ist auch keine große Unterstützung. Und weltverneinender Eskapismus ist auf keinen Fall eine Option, auch wenn er mich in der letzten Zeit mit seinem Sirenengesang lockte. Also zweifelte ich und verzweifelte an der Ohnmacht, nicht einmal eine politische Heimat habe ich mehr, ich hoffe, ich konnte zumindest meine Haltung wahren. Darum schreibe ich jetzt halt wieder in diesen Blog, wenn ich etwas loswerden möchte. Was heißt hier wieder? Vorher habe ich hauptsächlich und sehr selten und unregelmäßig zu konkreten Themen oder Schwerpunkten geschrieben, jetzt lasse ich halt raus, was raus muss.

Ich werde wohl immer zuerst an mir selber zweifeln, grübeln und die Fehler bei mir suchen, weil ich dann das Gefühl habe, ich hätte die Macht, diese zu korrigieren. Ich werde nie einer der Menschen sein, die diese an Arroganz grenzende Selbstsicherheit besitzen, sie hätten die Deutungshoheit gepachtet. Ich weiß ja nicht einmal sicher, ob ich die komplette Deutungshoheit über mich selber besitze.

Ich werde also in der nächsten Zeit verstärkt versuchen, auch konkret zu schreiben, zu Dingen, die mich verstören, mich umtreiben und vielleicht hilft mir diese schriftliche Untersuchung, eine Stimme und einen Weg zu finden, wie ich meinen Ansprüchen an mich selber in unserer heutigen Zeit gerecht werden kann.

Bis dahin, erstmal leise Grüße aus dem Zweifelnbeinturm.